Empfehlungen zur Ernährung bei Tumorerkrankungen

Da viele Ernährungsprobleme und Mangelernährung bereits früh im Krankheitsverlauf und nicht erst im Zusammenhang mit einer Tumortherapie auftreten können, ist es sinnvoll, auch Ernährungsmaßnahmen frühzeitig, das heißt bei Diagnosestellung, in den Therapieplan eines Patienten mit einzubeziehen.

Häufig unterschätzen auch die Patienten selbst das Ausmaß ihrer bereits vorhandenen Mangelernährung. Bei bestehendem Übergewicht ist eine Gewichtsabnahme aus Sicht des Patienten sogar oft willkommen, doch verschlechtert ein Gewichtsverlust auch bei übergewichtigen Patienten die Prognose.

 

Tumorpatienten können aktiv an ihrer Ernährung arbeiten

Tumorpatienten und ihre betreuenden Angehörigen sind an Ernährung generell sehr interessiert. Ernährung ist etwas, woran Patienten aktiv selbst etwas tun können, um ihre Gesundung zu unterstützen.
Ziel der Ernährungstherapie onkologischer Patienten während der Tumortherapie ist es, eine ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr zu gewährleisten, den Gewichtsverlust zu vermindern oder ganz zu vermeiden. Ist ein Gewichtsverlust bereits aufgetreten, gilt es schnell Gegenmaßnahmen zu ergreifen um gesund wieder zuzunehmen, ggfs. mithilfe eines Ernährungsplans.

 

Nicht immer ist eine spezielle Ernährung nötig

Hierzu benötigt der Patient nicht grundsätzlich eine spezielle Ernährung. Bestehen keine Ernährungsprobleme, kann er sich mit einer Vollkost oder leichten Vollkost in Form einer abwechslungsreichen Mischkost ernähren, die unter Berücksichtigung individueller Unverträglichkeiten und Wünsche des Patienten als eine „gesteuerte Wunschkost“ zusammengestellt ist. Die leichte Vollkost enthält im Unterschied zur Vollkost keine Lebensmittel oder Speisen, die erfahrungsgemäß häufig, das heißt bei mehr als 5 % der Patienten, Unverträglichkeiten auslösen.

 

Krebspatienten entwickeln häufig Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Unspezifische Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind bei Krebspatienten häufig. Vielfach anzutreffen ist eine Abneigung gegen tierisches Eiweiß. Meist werden zunächst Schweine- und Rindfleisch, später Geflügel und Fisch und zuletzt Eier und Milchprodukte abgelehnt. Auch die Zubereitungs- und Darreichungsform spielen eine Rolle. So wird Fleisch in Scheibenform oder als Steak eher abgelehnt als in Stücken in einem Eintopf. Auch Streichwurst wird eher akzeptiert als Schnittwurst. Einseitige Ernährungsformen sollten vermieden werden, da sie die Gefahr von Nährstoffdefiziten beinhalten. Sollten Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen, kann es ratsam sein, einen individuellen Ernährungsplan zu erstellen, um Unverträgliches zu umgehen, Gewichtsverluste zu vermeiden oder auszugleichen und somit wieder Gewicht zunehmen zu können.

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Gewichtsverlust während der Krebstherapie

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