Gewichtsverlust während der Chemotherapie

Gewichtsverlust ist eine sehr häufige Begleiterscheinung von Krebs. Die Prävalenz beträgt bis zu 80 % - abhängig von der Primärtumorart1.


Häufigkeit von Mangelernährung

Gewichtsverlust bei Chemotherapie häufig.

Lokalisation des Tumors 

Gewichtsverlust reduziert den Therapieerfolg deutlich

Die Diagnose Mangelernährung lässt sich als prognoserelevante Einschränkung von Körperressourcen definieren. Bisher gibt es jedoch keine einheitlich akzeptierten Diagnosekriterien für eine tumorassoziierte Mangelernährung. Kommt es zu einem tumorbedingten Gewichtsverlust, ist dies häufig ein Anzeichen für einen ungünstigen Verlauf der Erkrankung. Gewichtsverlust reduziert die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit und führt zu einer verminderten Toleranz für anti-tumorale Therapien sowie zu einer eingeschränkten Überlebensprognose (Dewys et al. 1980, Andreyev et al. 1998, Ross et al. 2004). Diese Beobachtung ist nicht abhängig vom Ausgangsgewicht oder vom Körpergewicht bei der Diagnosestellung.

Eine gezielte Ernährungstherapie, die dem Gewichtsverlust entgegenwirkt, kann einer solchen prognoserelevanten Mangelernährung entgegenwirken.

 

Gewichtsverlust und Mangelernährung auch für adipöse Patienten ein Risiko

Schätzungsweise ein Viertel aller Tumorpatienten verstirbt an den Folgen der körperlichen Auszehrung. Angesichts der demografischen Gewichtsentwicklung in der (Allgemein-)Bevölkerung ist es von erheblicher Bedeutung, dass diese Prozesse auch bei adipösen Patienten auftreten können. Bei Adipositas mag einem unvorbereiteten Beobachter ein Gewichtsverlust zunächst nicht als Problem auffallen. Trotzdem ist eine Gewichtsabnahme auch bei Übergewichtigen mit einer eingeschränkten Lebensqualität sowie mit Körperzellmasse- und Funktionsverlusten und einer schlechteren Überlebensprognose assoziiert.

Lesen Sie mehr:

Chemotherapie: Nebenwirkungen und Gewichtsverlust

 

 

1 Laviano A, Meguid MM: Nutrition 1996; 12:358-71.

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